Diakoniechefs wehren sich gegen Gewerkschaftsvorwürfe
Diakoniechefs wehren sich gegen Gewerkschaftsvorwürfe
Die Chefs von vier großen bayerischen diakonischen Einrichtungen wehren sich gegen den Vorwurf der Gewerkschaft ver.di., die Diakonie zahle "Dumpinglöhne". Ihre Mitarbeitenden erhielten Vergütungen über dem Branchendurchschnitt, obwohl der Preisdruck hoch sei, erklärten am Mittwoch in einer gemeinsamen Stellungnahme der Vorstand der Inneren Mission München, Günther Bauer, der Rektor der Rummelsberger Diakonie, Günter Breitenbach, der Vorstandsvorsitzende des Augustinums, Markus Rückert, und der Rektor der Diakonie Neuendettelsau, Hermann Schoenauer. In ihren Diakonischen Werken sind bundesweit insgesamt etwa 17.000 Menschen beschäftigt.
Den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD), den ver.di für Beschäftigte der Diakonie verlangen, nennen die Diakonie-Vertreter einen "starren Verwaltungstarif", der keine "Leitwährung für die soziale Arbeit sein kann". Jüngere Beschäftigte hätten in diakonischen Einrichtungen bessere Aufstiegschancen, und ihre Bezahlung orientiere sich an der ausgeübten Tätigkeit.
Auch im Vergleich mit Löhnen und Gehältern in den meisten privat-gewerblichen Unternehmen und Einrichtungen der Freien Wohlfahrtsverbände würde die Diakonie besser bezahlen, so die Diakoniechefs, die auf Jahressonderzahlungen, Zusatzleistungen wie Familienzuschläge und eine kirchliche Altersvorsorge verweisen.
Die Unterzeichner der Stellungnahme mahnen aber auch eine "nachhaltige Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme" an. Soziale Arbeit müsse mehr anerkannt werden und ihre Rahmenbedingungen verbessert werden. (1976)


