Das Stichwort: Zeppelinfeld

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Das Stichwort: Zeppelinfeld

Das "Zeppelinfeld" in Nürnberg war zunächst die "Zeppelinwiese", benannt nach dem 1909 dort gelandeten Luftschiff Zeppelin III. Die Nationalsozialisten erkoren das Gelände 1933 zum Areal für ihre Aufmärsche während der Reichsparteitage. Dort fanden bis zum Jahr 1938 alljährlich im September ihre Appelle und Aufmärsche statt. Zu diesen Anlässen sollen bis zu eine Million Menschen nach Nürnberg gekommen sein. Heil-Rufe, Fackelschein und Trommelwirbel, Marschkolonnen und Führer Adolf Hitler in Erlöserpose gehörten zu den Bildern dieser Großereignisse. Auf dem Zeppelinfeld sollen 250.000 Akteure und 70.000 Zuschauer Platz gefunden haben.

Die monumentale Anlage auf einem Gelände von 90.000 Quadratmetern plante in seinen Grundzügen Architekt Albert Speer. Die Tribünen waren durch 36 Türme gegliedert. In ihrem Inneren waren Toilettenanlagen, auf den Türmen standen jeweils sechs Fahnenträger für die Hakenkreuzflaggen. Sie sollten laut Speer "den Wind sichtbar machen". Die Haupttribüne schloss eine Galerie von 144 neun Meter hohen Pfeilern ab, die 1967 gesprengt wurden, weil sie baufällig waren. Links und rechts der Haupttribüne waren Flammenschalen angebracht, von denen eine nach dem Krieg in einem Freibad als Kinderplanschbecken diente.

Mit der Haupttribüne wollte Speer einen vergrößerten "Pergamonaltar" darstellen. Auf dem Bauwerk stand das 13 Meter hohe vergoldete Hakenkreuz, das US-Soldaten im Jahr 1945 in einem symbolhaften Akt sprengten. Im dahinterliegenden überhöhten "Goldenen Saal" mit Deckenmosaik war von 1985 bis 2001 die Dauerausstellung "Faszination und Gewalt" zu sehen, die Vorgängerin des heutigen "Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände", eröffnet 2001.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten zunächst die Amerikaner das Gelände als Sportplatz. Auch heute befinden sich dort in unmittelbarer Nähe des Stadions des 1. FC Nürnberg noch Trainingsplätze. Auf dem Areal finden Autorennen wie das Norisrennen oder Großveranstaltungen, zum Beispiel "Rock am Park" statt.

Internet: www.museen.nuernberg.de (2016)

(Artikel vom 19.09.2011)