Landesbischof Friedrich: Kirchturmdenken überwinden

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Landesbischof Friedrich: Kirchturmdenken überwinden

"Kirche vor Ort" ist Themenschwerpunkt der Landessynode

Der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich hat eindringlich vor einem Kirchturmdenken in den Gemeinden gewarnt. Trotz notwendiger Sparmaßnahmen seien auch die überregionalen Dienste der Kirche wie etwa die Krankenhausseelsorge und Bildungsangebote unerlässlich, sagte Friedrich am Montag in seinem traditionellen Bericht vor der Landessynode, die bis Donnerstag in Augsburg tagt.

Notwendig sei ein generelles Umsteuern in der Kirche. "Wir müssen in Zukunft weniger vom Erhalt der Ressourcen her denken, sondern mehr von den Zielen her", sagte Friedrich. Er sprach sich für eine Stärkung der insgesamt 78 Dekanate aus, die "echte regionale Einheiten" werden sollen. Außerdem müsse die Zusammenarbeit von Kirche und Diakonie weiter verbessert werden.

Es müsse weiterhin überlegt werden, wie die Landeskirche mit weniger Geld und weniger Personal ihre Aufgaben erfüllen könne. "Finanzen hin oder her: Der missionarische Auftrag unserer Kirche ist und bleibt unser erstes Anliegen", so Friedrich.

Die Notwendigkeit, sich aus finanziellen Erwägungen von Kirchengebäuden zu trennen, sieht Friedrich noch nicht. Es stimme nicht, dass die evangelische Kirche sich bundesweit von 50 Prozent ihrer Gotteshäuser trennen müsse. Bevor man Kirchengebäude verkaufe, würde man "sicherlich erst einmal an den Verkauf sonstiger Immobilien denken", so Friedrich.

(Artikel vom 11.04.2005)