Die Pfarrer sollen wieder zu Seelsorgern und Tröstern werden
Die Pfarrer sollen wieder zu Seelsorgern und Tröstern werden
EKD-Experte Schloz vor Landessynode zur Kirchenmitgliedschaft
Eine berufliche Neuorientierung der Pfarrer, neue kirchliche Angebote für junge Menschen und mehr Eigenständigkeit der Gemeinden sind nach Auffassung des EKD-Experten Rüdiger Schloz (Hannover) für die Zukunft der evangelischen Kirche entscheidend. Um wieder die Jugendlichen zu erreichen, die in große Distanz zur Kirche gegangen seien, seien vor allem neue Gottesdiensts-Formen nötig, sagte Schloz am Dienstag in einem Grundsatzreferat zum Schwerpunktthema "Kirche vor Ort" der in Augsburg tagenden Landessynode.
Bei ihren missionarischen Bemühungen sollte die Kirche in den Mutter-Kind-Gruppen, im Kindergarten und in kirchlichen Schulen ansetzen, betonte Schloz, der für die EKD-Studien zur zur Kirchenmitgliedschaft verantwortlich war. Die Pfarrerinnen und Pfarrer, die zunehmend von Verwaltungsaufgaben belastet seien, müssten wieder als "Seelsorger, Berater und Tröster" wirken. Die Ortsgemeinden, die sich auch zu wirtschaftlichen Unternehmen entwickelt hätten, sollten als selbsttragendes System organisiert werden. Dafür müsse die ehrenamtliche Arbeit aufgewertet werden, damit möglichst viele Fragen an der Basis entschieden werden können.
Trotz der Kirchenaustritte ist den verschiedenen Erhebungen zufolge die Verbundenheit zur Kirche in den letzten 30 Jahren konstant geblieben. Die treuesten Gottesdienstbesucher sind leitende Angestellte, Beamte, Freiberufler und Hausfrauen. Jeder Zweite aus diesen Berufsgruppen fühle sich der Kirche sehr verbunden. In dieser Bevölkerungsschicht sei mehr als die Hälfte zum Kirchenaustritt entschlossen.


