Hoffnung in der Ökumene durch neuen Papst

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Hoffnung in der Ökumene durch neuen Papst

Bericht von Bischof Friedrich zum Auftakt der Landessynode (Zusammenfassung)

Der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich erhofft sich von dem künftigen Papst neue Bewegung in der Ökumene. In den letzten Monaten seien in der katholischen Kirche keine klaren Entscheidungen möglich gewesen, sagte Friedrich am Montag am Rande der in Augsburg tagenden Landessynode. Ein neuer Papst könne die nationalen Bischofskonferenzen zu einer größeren Eigenständigkeit ermuntern, so Friedrich. Es liege im Ermessens-Spielraum der deutschen Bischofskonferenz, die Eucharistie auch für nichtkatholische Ehepartner zu öffnen.

In seinem Bericht vor den 108 Synodalen, in der Mehrzahl Laien, warnte der Landesbischof eindringlich vor einem Kirchturmdenken in den Gemeinden. Über die kirchliche Arbeit in den rund 1.500 evangelischen Ortsgemeinden hinaus seien auch überregionale Dienste wie die Krankenhausseelsorge, die Betreuung von Aussiedlern oder Bildungsangebote unverzichtbar.

Insgesamt sei, wie der Bischof vor dem Kirchenparlament der 2,7 Millionen bayerischen Protestanten betonte, ein generelles Umsteuern der Kirche nötig. Die Kirche müsse mit weniger Geld und Personal ihrem Grundauftrag gerecht werden. Dabei bleibe der missionarische Auftrag das hauptsächliche Anliegen.

Für das laufende Jahr werde es in der Landeskirche, bei der rund 19.000 Menschen beschäftigt sind, keine betriebsbedingten Kündigungen geben, bekräftigte der Bischof. Für 2006 könne diese Garantie jedoch nicht gegeben werden. Denn die Landeskirche müsse 1.200 Personalstellen abbauen, um das nötige Einsparvolumen in Höhe von 90 Millionen Euro zu erreichen. Von der Möglichkeit, mit einer Abfindung vorzeitig in den Ruhestand zu gehen, haben nach einem der Synode vorgelegten Bericht bisher erst 85 Angestellte und Kirchenbeamte Gebrauch gemacht.

In der Aussprache zu seinem Bericht rief Landesbischof Friedrich zu einem breiten kirchlichen Bündnis gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus auf. Mit dieser Aktion sollten vor allem junge Menschen und Erstwähler angesprochen werden, um ein Wahlergebnis wie bei der letzten Landtagswahl in Sachsen zu verhindern, betonte Friedrich.

(Artikel vom 11.04.2005)