"Ökumenischer" Journalistenpreis Osteuropa 2011 verliehen
"Ökumenischer" Journalistenpreis Osteuropa 2011 verliehen
Den Journalistenpreis Osteuropa 2011 haben die beiden kirchlichen Hilfsorganisationen "Renovabis" (katholisch) und "Brot für die Welt" (evangelisch) am Mittwoch in München erstmals gemeinsam vergeben. Aus 65 eingereichten Beiträgen wurden die 36-jährige Agnieszka Monika Hreczuk aus Polen und die 30-jährige Ann-Dorit Boy aus Deutschland für ihre Sozialreportagen über das Leben von Menschen in Mittel- und Osteuropa gewürdigt. Der Preis ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert.
In seiner Laudatio würdigte der Mitherausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) Werner D'Inka beide Autorinnen als präzise Beobachterinnen und hervorragende Schreiberinnen, die mit ihren Beiträgen einen neuen Blick auf Osteuropa verschafften. Sie zeigten eine Seite, die oft zu kurz komme, indem sie von Erfolg, Hoffnung und Menschlichkeit berichteten.
"Ann-Dorit Boy braucht nicht viele Worte um die Armseeligkeit des Lebens in einer russischen Provinz zu beschreiben", lobte D'Inka ihren Wechsel zwischen Tempo und Tempus sowie Nahaufnahme und Fernsicht. In ihrer Reportage "Weil sie uns brauchen", die im evangelischen Magazin "chrismon" zu lesen war, "weckt sie Bilder und Eindrücke, weil sie genau hinschaut und hinriecht". Der FAZ-Mitherausgeber begrüßte es, dass die Preisträgerin mit ihrem Beitrag über Freiwilligenarbeit in Russland nach einem Thema abseits der großen Politik und Wirtschaft gesucht habe. Er wünschte sich mehr solcher Beiträge aus Osteuropa, die mit einem anderen Blick überraschen.
Agnieszka Monika Hreczuk beschreibe unter der Überschrift "Kein Armuts Zeugnis" im Berliner "Tagesspiegel" "anschaulich, lebendig, unsentimental und informativ", wie es ein "Zigeuner" in Ungarn schafft, Jura zu studieren. Ihr Beitrag sei ein Lehrbeispiel dafür, wie Bildung aus dem Teufelskreis der Roma aus Armut, Analphabetismus und Arbeitslosigkeit herausführen kann. Die Preisträgerin führe mit ihrer originellen Geschichte eine andere Sichtweise auf den Umgang mit Roma vor Augen.
"Auch wenn es im theologischen Bereich knirscht, gibt es eine zunehmende vertrauensvolle Zusammenarbeit der Diakoniekatastrophenhilfe und Caritas international", betonte "Brot für die Welt"-Kampangenleiter Klaus Seitz. Es gebe keine Grund, nicht gemeinsam zu handeln, fügte der Hauptgeschäftsführer der Solidaritätsaktion "Renovabis", Pater Stefan Dartmann SJ, hinzu. Beide nannten ihre gemeinsame Hilfsaktion einen "Schrittmacher für das ökumenische Miteinander". Zudem solle der Preis die Pressefreiheit stärken und Motor für Veränderungen in der Gesellschaft sein.
Internet: www.brot-fuer-die-welt.de; www.renovabis.de (2113)


