Auch die Katholiken gedenken an Dietrich Bonhoeffer
Auch die Katholiken gedenken an Dietrich Bonhoeffer
Der Widerstandskämpfer hatte gute Kontakte zum Kloster Ettal
Auch die katholischen Christen gedenken in diesen Tagen des evangelischen Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer, der am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet wurde. Darauf weist die Ordinariatskorrespondenz (ok) des Erzbistums München-Freising hin. In den bayerischen Benediktinerabteien in Ettal und Metten, zu denen Bonhoeffer Kontakt hatte, sei an sein christliches Glaubenszeugnis im Widerstand gegen die Diktatur besonders erinnert worden. "Der evangelische Theologe Bonhoeffer wird in der katholischen Kirche wegen seines Glaubens- und Lebenszeugnisses und wegen seiner ökumenischen Grundhaltung sehr geschätzt und verehrt", schreibt die ok.
In der Klosterkirche von Ettal sprach Abt Edelbert Hörhammer vom "evangelischen Märtyrer Dietrich Bonhoeffer". Der frühere oberbayerische evangelische Regionalbischof Martin Bogdahn erinnerte daran, dass Bonhoeffer sich von November 1940 bis zum Februar 1941 in Ettal aufgehalten hatte. Er wohnte im Klosterhotel von Ettal, wo er an einem seiner Hauptwerke, der "Ethik", arbeitete. Er besaß einen Schlüssel zur Klausur der Mönche und nahm im Kloster an Gottesdiensten und Gebeten teil.
Bogdahn zitierte einen bekannten Ausspruch von Bonhoeffer: "Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen." Im Kreuzgang der Abtei Ettal erinnert seit 1995 ein von dem Künstler Günter Barke geschaffenes Monument an zwei Persönlichkeiten des christlichen Widerstandes: an Dietrich Bonhoeffer und den von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen Jesuitenpater Rupert Mayer.
In Ettal war Bonhoeffer, wie zuvor schon in München, mit katholischen Persönlichkeiten des Widerstandes zusammen getroffen, so mit Josef Müller, dem als "Ochsensepp" bekannten späteren Mitbegründer der CSU, und mit den Benediktineräbten von Ettal und Metten (Niederbayern), Willibald Wolfsteiner und Corbinian Hofmeister. Mit Hofmeister war er über die Widerstandsgruppe um den Chef der deutschen Abwehr, Admiral Wilhelm Canaris, bekannt geworden. Auch mit dem Münchner Domkapitular und späteren Weihbischof Johannes Neuhäusler beriet er sich mehrere Male. Hofmeister und Neuhäusler saßen später mit dem evangelischen Pastor Martin Niemöller und dem Schriftleiter der katholischen Münchner Kirchenzeitung, Prälat Michael Höck, im Kommandanturarrest des KZ Dachau.


