EKD-Nahostbeauftragter: Nur Zweistaaten-Lösung sichert Existenzrecht Israels
EKD-Nahostbeauftragter: Nur Zweistaaten-Lösung sichert Existenzrecht Israels
Ein dauerhafter Friede zwischen Israel und Palästina ist nach Überzeugung des EKD-Nahostbeauftragten, Bischof Johannes Friedrich (München), nur durch eine Zweistaaten-Lösung möglich. Dazu gebe es keine Alternative, weil nur in einer derartigen Konstruktion auch die Israelis in Sicherheit leben könnten, sagte Friedrich am Mittwoch im Münchner Presse-Club. Vor seiner Amtszeit als bayerischer Landesbischof war Friedrich evangelischer Propst in Jerusalem.
Der fortschreitende Siedlungsbau Israels behindere eine Zweistaaten-Lösung, kritisierte Friedrich. Auch der in einzelnen Abschnitten bis zu acht Meter hohe israelische Grenzzaun trage nicht dazu bei, dass sich die Menschen als Nachbarn fühlen. Die Grenzanlage, die vor allem auf palästinensischem Gebiet stehe, habe zwar Selbstmord-Attentate weitgehend verhindern können, produziere jedoch "mentale Selbstmordattentäter". Dies sei eine schwere Belastung für die Zukunft, betonte Friedrich.
Für eine politische Lösung des Konflikts gibt es nach Einschätzung Friedrichs keine überzeugenden und akzeptierten Führungsfiguren auf israelischer und palästinensischer Seite. Auch US-Präsident Barack Obama sei durch den beginnenden Wahlkampf in den USA und die einflussreichen jüdischen Wähler nicht mehr handlungsfähig. Deshalb sei der Nahost-Konflikt, wenn überhaupt, nur in den ersten Amtsjahren eines US-Präsidenten lösbar, ist Friedrich überzeugt. (2162)


