Autowaschen am Sonntag: Friedrich bedauert Kurswechsel der Staatsregierung

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Autowaschen am Sonntag: Friedrich bedauert Kurswechsel der Staatsregierung

Der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich hat sich kritisch zur Initiative der bayerischen Staatsregierung geäußert, das Autowaschen am Sonntag zu erlauben. "Dass die Staatsregierung nun aktiv dazu beiträgt, den Schutz des Sonntags aufzuweichen, ist ein bedenklicher Schritt, den ich sehr bedauere", sagte Friedrich am Rande der Landessynode in Augsburg am Mittwoch.

Der Beschluss sei beunruhigend, zumal er ein neues Denken offenbare. Wer den Sonntag schützen wolle, wie die Staatsregierung es immer beteuert habe, der müsse Ausnahmen auf unumgängliche Bedürfnisse beschränken. Dies sei beim Autowaschen im Unterschied zu Gastronomie oder Verkehr nicht zu erkennen. Außerdem sei es Experten zufolge keineswegs klar, ob die Wettbewerbsfähigkeit von Autowaschanlagen in grenznahen Bereichen durch den neuen Beschluss wesentlich gestärkt würde.

Der Schutz des Sonntags entspringe nicht religiösem Eigensinn, sondern sei anerkanntermaßen für Gesellschaft und Familie von hoher Bedeutung. Deshalb werde sich die Landeskirche "weiter dafür einsetzen, dass die Staatsregierung ihre Zusagen auch einhält", so Friedrich.

(Artikel vom 13.04.2005)