Keine Abstriche bei kirchlichem Sparprogramm

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Keine Abstriche bei kirchlichem Sparprogramm

Landessynode beschließt Umsetzung der drastischen Einsparungen

Die bayerische Landeskirche bleibt ohne Abstriche bei ihrem rigorosen Sparkonzept. Im Rahmen des umfassenden Konsolidierungs-Programms sollen von 2002 bis 2006 rund 90 Millionen Euro dauerhaft eingespart werden. Die Landesynode in Augsburg bestätigte am Mittwochabend einstimmig die weitere Umsetzung der Sparmaßnahmen.

Nach diesem Konzept sollen neben den Sachkosten auch die Personalausgaben reduziert und insgesamt 1.200 Stellen abgebaut werden. Deshalb kann die Landeskirche, in deren Bereich 19.000 Menschen beschäftigt sind, für 2006 betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausschließen. Der Personalabbau betrifft alle kirchlichen Berufsgruppen. In den nächsten Jahren sollen 278 der rund 2.800 Pfarrer-Stellen in Bayern wegfallen.

Auf der Augsburger Tagung beschloss das Kirchenparlament der 2,75 Millionen bayerischer Protestanten außerdem die Absenkung der Kirchenmusikstellen von 110 auf 104 und die Schließung des traditionsreichen Bayreuther Predigerseminars.

Die kirchliche Finanznot geht nach Aussage von Finanzchef Claus Meier auf ein "strukturelles Defizit" zurück. Während die Personalausgaben angestiegen seien, gingen die Kirchensteuereinnahmen spürbar zurück. In den letzten fünf Jahren seien die Kirchensteuer-Einnahmen um 69 Millionen Euro auf 448,6 Millionen Euro zurückgegangen. Wenn die Kirche nicht grundsätzlich umgesteuert hätte, wäre in dem kirchlichen Haushalt, der bei rund 640 Millionen Euro liegt, jährlich ein Defizit von 15 Millionen Euro entstanden.

(Artikel vom 14.04.2005)