Augsburger Friedenspreis verliehen

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Augsburger Friedenspreis verliehen

Festakt ohne Preisträger Papst Shenouda III. von Alexandrien

Der Augsburger Friedenspreis ist am Samstagabend in Abwesenheit des Preisträgers verliehen worden. Stellvertretend für Papst Shenouda III. von Alexandrien hat der Vorsitzende der Koptischen Kirche in Deutschland, Bischof Anba Damian, die Auszeichnung entgegengenommen. "Die Kopten weltweit nehmen diese Auszeichnung als Trost, Solidarität und Anerkennung für ihr friedliches Verhalten", sagte Damian bei der Preisübergabe im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses. "Diese Auszeichnung ist sicherlich eine Ermahnung an alle Ägypter, die die Auszeichnung für sich sehen sollen, miteinander in Frieden und im gegenseitigen Respekt zu leben und zu handeln."

Papst Shenouda III. von Alexandrien, Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, hatte seine Teilnahme an der Preisverleihung wegen der jüngsten Anschläge auf Christen in Ägypten und aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Die Auszeichnung bedeute Trost und Anerkennung für die Kopten weltweit, hatte er am Freitag über Bischof Anba Damian ausrichten lassen.

In seiner Laudatio forderte Wolfgang Huber, ehemaliger Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die ägyptische Militärführung auf, sich klar zu den Rechten der Kopten zu bekennen. "Auf dem Weg Ägyptens - wie in der Situation um das östliche Mittelmeer und im Nahen Osten insgesamt - wird die Religionsfreiheit zu einem Schlüsselthema", betonte Huber. "Wir können nicht still bleiben, wenn die Christen in der Ursprungsregion des christlichen Glaubens immer stärker an den Rand gedrängt werden und an manchen Orten schon jetzt nur noch eine verschwindende Minderheit bilden."

Der Vorsitzende der Friedenspreis-Jury, der Augsburger evangelische Regionalbischof Michael Grabow, hatte im Vorfeld im Hinblick auf die jüngsten Anschlägen auf ägyptische Christen betont: "Die Ausschreitungen haben mich noch einmal darin bestärkt, dass die Jury den Preis zu Recht an Papst Shenouda verleiht." Die Auszeichnung sei auch ein Preis auf Hoffnung, der unseren Blick noch einmal besonders auf diese sich nach Frieden sehnende Region richte.

Papst Shenouda III. wurde beim Hohen Friedensfest in Augsburg am 8. August als Preisträger des diesjährigen Augsburger Friedenspreises bekanntgegeben. Der 88-jährige Geistliche erhält die Auszeichnung für seine langjährigen und intensiven Bemühungen um ein friedliches Zusammenleben von Christen und Muslimen in Ägypten. Er erhält die Auszeichnung ebenfalls für die von ihm initiierte Öffnung der koptischen Kirche für die weltweite Ökumene und seine Impulse im ökumenischen Dialog mit der evangelischen, der römisch-katholischen und der griechisch-orthodoxen Kirche.

Der Augsburger Friedenspreis wird seit 1985 alle drei Jahre verliehen, 2011 zum zehnten Mal. Bisherige Preisträger waren unter anderen Altbundespräsident Richard von Weizsäcker und der ehemalige Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow. Der Preis ist mit 12.500 Euro dotiert. (2361)

(Artikel vom 28.10.2011)