Landessynode beschließt Aktionsprogramm und Sparpaket

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Landessynode beschließt Aktionsprogramm und Sparpaket

Frühjahrstagung mit Grundsatzbeschlüssen zu Ende gegangen

Zum Abschluss ihrer Frühjahrstagung in Augsburg hat die bayerische Landessynode ein umfangreiches kirchliches Aktionsprogramm beschlossen und den rigorosen Sparkurs der Kirche bestätigt. Nach einem einstimmigen Beschluss der 108 Synodalen soll der kirchliche Haushalt, der bei rund 640 Millionen Euro liegt, bis zum Jahr 2006 um 90 Millionen Euro reduziert werden. Neben Einsparungen im Sachkostenbereich müssen deshalb auch 1.200 Stellen, darunter 278 Pfarrstellen, abgebaut werden.

Wie Landesbischof Johannes Friedrich und der kirchliche Finanzchef Claus Meier übereinstimmend betonten, seien für das Jahr 2006 betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr auszuschließen. Die Arbeitsplatzgarantie gelte nur noch bis Ende des Jahres.

Im Zuge des drastischen Sparpakets hat das Kirchenparlament der 2,75 Millionen bayerischen Protestanten nach kontroversen Diskussionen die Schließung des Bayreuther Predigerseminars beschlossen. Die traditionsreiche Ausbildungsstätte soll ab September mit dem Nürnberger Predigerseminar zusammengelegt werden.

Mit dem Aktionsprogramm "Kirche vor Ort" will die Kirche nachhaltig ihre Strukturen verändern und wieder attraktiver für die Menschen werden. Das Programm sieht mehr Eigenständigkeit der 1.530 Gemeinden, einen Abbau der Bürokratie, die Stärkung regionaler Einheiten und eine Aufwertung des Ehrenamtes vor.

Zum Abschluss der Synode haben Landesbischof Johannes Friedrich, der salvadorianische lutherische Bischof Medardo Gomez und die brasilianische Pfarrerin Angelina Stange eine fünfjährige Verlängerung der Partnerschaftsverträge ihrer Kirchen unterzeichnet. Neben der praktischen Zusammenarbeit verbinde das gemeinsame Eintreten für die Menschenrechte diese Kirchen, betonte Friedrich.

Vor dem Kirchenparlament hat Bischof Friedrich zu einem breiten kirchlichen Bündnis gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus aufgerufen. Dabei sollen vor allem die Erstwähler zur Bundestagswahl 2006 angesprochen werden.

Zu ihrer Herbsttagung wird die Landessynode im mittelfränkischen Weißenburg zusammenkommen. Dabei steht der kirchliche Haushalt im Mittelpunkt der Beratungen.

(Artikel vom 14.04.2005)