Das Wort zu Pfingsten
Das Wort zu Pfingsten
Das Wirken des Heiligen Geistes spüren
Von Oberkirchenrat Karl-Heinz Röhlin
"Wann haben Sie zuletzt das Wirken des Heiligen Geistes gespürt?" Etwas verlegen war ich schon, als mir eine Konfirmandin diese Frage stellte. "Beim Beten, heute Morgen" antwortete ich ihr nach kurzem Überlegen. Die Konfirmandin hakte nach: "Und wie war das? Was haben Sie dabei gefühlt?" - "Innere Ruhe und eine positive Kraft." Die Konfirmandin war mit der Antwort wohl zufrieden. Jedenfalls sagte sie: "Das kenne ich auch."
"Wann haben Sie zuletzt das Wirken des Heiligen Geistes gespürt?" Die Freunde Jesu spüren diesen Geist 50 Tage nach Ostern in Jerusalem. Sie erleben, dass der Geist Gottes über die Grenzen der Sprache hinweg verbindet. Dieser Geist bewegt ihre Herzen. Sie werden zu begeisterten Predigern des Evangeliums.
Der Tiefenpsychologe C. G. Jung hat einmal gesagt: "Wirklich ist das, was wirkt." Wir können den Heiligen Geist nicht sehen, aber wir spüren seine Wirkung, seine Auswirkungen. Weil der Heilige Geist wirkt, ist er auch wirklich. Der Apostel Paulus schreibt: "Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue ..."
Wann haben Sie zuletzt Freude oder Freundlichkeit erfahren, Liebe erlebt, Frieden gespürt? Erinnern Sie sich? Vielleicht bringen Sie diese Erfahrungen nicht mit dem Heiligen Geist zusammen. Für mich haben sie etwas mit Pfingsten zu tun.
Oberkirchenrat Karl-Heinz Röhlin ist
Regionalbischof im Kirchenkreis Nürnberg


