In der Ökumene zur Sachdebatte zurückkehren
In der Ökumene zur Sachdebatte zurückkehren
Evangelischer Spitzentheologe: Ratzinger kann für die nötige Klarheit sorgen
Bei der Bewertung des neuen Papste für die Ökumene sollte nach Auffassung des evangelischen Theologie-Professors Gunther Wenz (München) die Diskussion über Einzelpersonen zur Sachdebatte zurückkehren. Entscheidend sei, wie das Papstamt theologisch zu beurteilen ist, sagte Wenz, der in internationalen theologischen Gremien am ökumenischen Spitzendialog beteiligt ist, am Mittwoch in einem epd-Interview. Dies betreffe den mit dem Papstamt verbundenen Anspruch auf die Unfehlbarkeit in bestimmten Fragen der Glaubens- und Sittenlehre.
Wenz erwartet, dass Ratzinger seinen Dienst als Papst anders wahrnehmen werde als seine Rolle als Präfekt der katholischen Glaubenskongregation: "Vielleicht überrascht er uns durch unerwartete Aufgeschlossenheit auch in ökumenischer Hinsicht." Als ehemaliger Universitätstheologe habe Ratzinger die "Fähigkeit begriffsscharfer Argumentation". Das sorge für die nötige Klarheit, die von der evangelischen Theologie und Kirche für die Profilierung des eigenen Standpunkts genutzt werden sollte, sagte Wenz.
(Hinweis an die Redaktionen: Interview folgt)


