"Betreuter Umgang" hilft Scheidungskindern

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

"Betreuter Umgang" hilft Scheidungskindern

Kontakt zu beiden Elternteilen wird sicher gestellt

Positive Erfahrungen als Vermittler zwischen sich trennenden oder geschiedenen Eltern, die sich das Umgangsrecht mit den Kindern streitig machen, hat die Münchner Initiative "Betreuter Umgang" gemacht. Geschulte Mitarbeiter begleiten für eine gewisse Zeit den Umgang des Elternteils mit dem Kind, der vom früheren Ehepartner abgelehnt wird. Das entspanne die Atmosphäre und mache den Weg zu großzügigeren Lösungen frei, erklärte die Rechtsanwältin Elke Kästle am Mittwoch vor der Presse in München.

"Betreuter Umgang" kann von Familiengerichten oder vom Jugendamt auf Antrag der Betroffenen angeordnet werden oder durch private Vereinbarung zu Stande kommen. Ziel sei "die Entwicklung eines einvernehmlichen Konzepts zwischen den Beteiligten, so dass der Umgang zukünftig auch ohne Begleitung stattfinden kann", sagte Gabriele Buchwald, die Leiterin des Projekts.

Der Direktor des Amtsgerichts Erding bei München, Wolfgang Helbig, regte die Gründung solcher Gruppen auch in anderen bayerischen Regionen an, denn sie seien "eine echte Hilfe" in Scheidungsauseinandersetzungen. In etwa 30 Prozent der Fällen gebe es Streit bei Sorgerecht oder Umgangsrecht.

Bei der Initiative der Münchner Frauenbörse arbeiten 20 Frauen ehrenamtlich als Betreuerinnen mit. 2004 haben 63 frühere Paare den "Betreuten Umgang" in Anspruch genommen. Die Nachfrage sei weitaus größer. Sponsoren zum Ausbau der Einrichtung werden gesucht. Kontakt über Telefon: 089/222800140.

(Artikel vom 20.04.2005)