Kreative Fähigkeiten fördern

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Kreative Fähigkeiten fördern

Tagung für Menschen mit und ohne Behinderung zeigt neue Wege auf

Künstlerische Fähigkeiten von Menschen mit Behinderung werden noch immer vielfach unterschätzt. Dies wurde bei einer internationalen Tagung zum 30-jährigen Bestehen der Offenen Behindertenarbeit der Diakonie in Schweinfurt deutlich. Eine Präsentation der über 30 Workshops zum Abschluss der dreitägigen Veranstaltung "Lebenswelten" am Samstag im Evangelischen Gemeindehaus machte die vielfältigen musisch-kreativen Begabungen von Menschen mit geistiger Behinderung deutlich. Zuvor standen Fachvorträge zur sozialen Integration Behinderter und kulturelle Abendveranstaltungen auf dem Programm.

Die Kunst gebe Behinderten und Nichtbehinderten gleichermaßen eine Chance sich zu entfalten, betonte der Kulturwissenschaftler Rüdiger Wollschläger. Er arbeitet in der bildnerischen Werkstatt der Rotenburger Werke der Inneren Mission, einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung. Das Freie Kunstatelier bietet gemeinsame Workshops mit Menschen ohne Behinderung an, die nach seinen Erfahrungen beide Seiten bereichern.

Zum Auftakt des Kongresses wurde der mit 3.000 Euro dotierte "Schweinfurter Kunstpreis Malerei und Grafik" an Künstler mit geistiger Behindern verliehen. Den ersten Preis erhielt Karl-Heinz Hirmer, Mitarbeiter der Kunstwerkstatt des Heilpädagogischen Zentrums Augustinum München. Der zweite Preis ging an Thomas Hauser, ebenfalls aus der Münchner Kreativwerkstatt. Dritte Preisträger waren die 77-jährige Elfriede Kossmehr von der Malwerkstatt "Zinse 14" in Wilhelmsdorf und Marion Spielmann von der Kunstwerkstatt der Offenen Behindertenarbeit Schweinfurt.

Die Behindertenbeauftragte der bayerischen Staatsregierung, Anita Knochner, plädierte dafür, noch mehr die Stärken und Talente von Menschen mit Behinderung in den Vordergrund zu rücken. Die Organisatoren das Kongresses, Herbert Rupp und Reinhold Stiller von der Offenen Behindertenarbeit Schweinfurt zogen am Sonntag ein positives Resümee. Es sei deutlich geworden, dass Möglichkeiten kreativer Gestaltung die Lebenswelt von behinderten Menschen nachhaltig verbessern können, sagten sie dem epd.

(Artikel vom 24.04.2005)