"Es ist ein trauriges Gefühl"

Interview | epd - Landesdienst Bayern

"Es ist ein trauriges Gefühl"

Drei Fragen an den letzten Zivildienstleistenden der bayerischen Diakonie

Stefan Fleischer, 20-jähriger gelernter Hotelfachmann aus Bamberg, ist der letzte, der in der bayerischen Diakonie Zivildienst leistet. Am Donnerstag (15. Dezember) verabschiedet er sich im Wilhelm-Löhe-Seniorenzentrum in Bamberg und beendet damit eine Ära. Mit Fleischer sprach Jutta Olschewski.

epd: Wie fühlen Sie sich als letzter Zivi kurz vor dem Abschied?

Fleischer: Es ist ein trauriges Gefühl, wenn man bedenkt, dass damit die Ära Zivildienst zu Ende geht.

epd: Sie haben Ihren Zivildienst sogar noch von sechs Monate, die Sie hätten absolvieren sollen, auf ein Jahr verlängert. Warum?

Fleischer: Weil ich mich für die Arbeit in der Altenpflege interessiert habe. In diesem Beruf kommt man mit den Menschen in Kontakt. Als Hotelkaufmann hatte ich auch Kontakt zu Menschen, aber im Seniorenzentrum sind die Menschen dankbarer. Ich fühle mich hier viel besser aufgehoben. Im September beginne ich im gleichen Haus eine Ausbildung zum Altenpfleger.

epd: Würden Sie Ihren Freunden zum neuen Bundesfreiwilligendienst raten?

Fleischer: Ich weiß es nicht. Man macht Erfahrungen, aber die Konditionen sind nicht mehr so verlockend im neuen Bundesfreiwilligendienst. Ich glaube, als Zivi war man besser abgesichert, hätte von der Gemeinde Zuschläge zum Wohnen bekommen können und in die Rentenversicherung einbezahlt. (2731)

(Artikel vom 13.12.2011)