Bischöfe fordern Stopp von Media Markt-Weihnachtswerbung
Bischöfe fordern Stopp von Media Markt-Weihnachtswerbung
Facebook-Gruppe "Weihnachten wird in der Krippe entschieden!" wächst
Der Bamberger katholische Erzbischof Ludwig Schick hat die Ingolstädter Elektrohandelskette Media Markt aufgefordert, ihre umstrittene Werbung "Weihnachten wird unterm Baum entschieden" zu stoppen. Für Christen und viele andere Menschen sei dieser Slogan inakzeptabel. Entscheidend für Weihnachten seien nicht der Baum und nicht die Geschenke, "sondern die Geburt Christi", erklärte der Bischof am Donnerstag. "Die Frohe Botschaft von Weihnachten wird mit dieser Werbekampagne ad absurdum geführt", fügte Schick hinzu.
Ausdrücklich begrüßte der Bischof die Protestaktion im Internet via Facebook "Weihnachten wird in der Krippe entschieden!". Für viele Menschen sei die "Ware Weihnachten" nicht die "wahre Weihnacht". Die erst am Wochenende gegründete Gegenbewegung zählte bereits am Donnerstag mehr als 15.000 Unterstützer, weitere 58.000 Menschen seien eingeladen, sich zu beteiligen, sagte der Referent für Öffentlichkeitsarbeit der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) in Bayern, Heiko Tammena, in München auf epd-Anfrage.
Das Unternehmen Media Markt hatte die Vorwürfe von Kirchen und einzelnen Christen gegen ihren Werbeslogan zurückgewiesen. Die Kampagne würdige keine religiösen Symbole, Glaubensinhalte oder das christliche Fest zu einem beliebigen Ereignis herab, hatte eine Sprecherin des Unternehmens bereits am Mittwoch dem epd erklärt.
Für Erzbischof Schick ist diese Erklärung allerdings nicht überzeugend. Dem Unternehmen sei durchaus bewusst, dass Weihnachtsbaum und ein gefüllter Gabentisch nichts mit den religiösen Ursprüngen des Weihnachtsfestes zu tun hätten. Media Markt habe bereits mit dem Werbespruch "Geiz ist geil" eine der Hauptsünden in der christlichen Tradition missbraucht.
Die aktuelle Weihnachtswerbung "tritt religiöse Gefühle mit Füßen", erklärte am Donnerstag auch der Weihbischof in der Erzdiözese München und Freising, Wolfgang Bischof. Die Kampagne reduziere eines der höchsten christlichen Feste auf einen Konsumwettbewerb, kritisierte er. Auch der Weihbischof forderte das Unternehmen auf: "Beenden Sie dieses unwürdige und beleidigende Schauspiel unverzüglich."
Unterdessen startete die Evangelische Jugend in Bayern gemeinsam mit der katholischen Jugend eine weitere Aktion "Weihnachten wurde unterm Stern entschieden. Wir sind doch nicht blöd." Junge Christen wollten so einen Gegenpol setzen zu der Werbekampagne der Einzelhandelskette und deutlich machen, worauf es an Weihnachten ankommt. Die zentrale Botschaft bleibe, "Jesus kam arm und mittellos auf die Welt". Geschenke gehörten zwar zum Weihnachtsfest dazu, aber nicht um jeden Preis oder um jede "Weihnachtspreisgarantie" "dass ihnen nicht egal ist, was um sie herum passiert", sagte er dem epd.
Die Idee zu der Facebook-Gruppe "Weihnachten wird in der Krippe entschieden!" hatte die katholische Religionspädagogin Melanie Zink. Die Werbung habe sie "einfach genervt", weil es an Weihnachten nicht nur um Geschenke gehe. Im Zentrum stehe, dass Gott in Jesus Mensch werde. Über die große Resonanz auf die Facebook-Gruppe sei sie überrascht. Als sie ihre Aktion im Arbeitskreis "Glaube und Leben" der KLJB vorgestellt habe, wäre man schon mit 100 Leuten zufrieden gewesen, die sich beteiligen, erklärte die Pastoralreferentin in Pegnitz. (2709)


