Grüne im Kloster
Grüne im Kloster
Bundespolitiker auf Kirchen-Tour in Bayern
Bundespolitiker der Grünen setzen diese Woche in Bayern ihre 2004 begonnene Kirchentour "Das Kreuz mit den Grünen" fort. Zum Auftakt besuchten die Bundestagsabgeordneten Christine Scheel (Aschaffenburg) und Hans Josef Fell (Hammelburg) am Sonntag die Benediktinerabtei Münsterschwarzach (Unterfranken). Sie informierten sich dort über das System zur regenerativen Energieversorgung des Klosters und diskutierten mit Abt Fidelis Ruppert und Prior Christoph Gerhard über die geistlichen Grundlagen des Energieprojekts. Die Benediktiner erläuterten den Politikern ihr Konzept einer "im Glauben gelebten Ökologie" und unterstrichen die Bedeutung der Bewahrung der Schöpfung für kommende Generationen. "In Münsterschwarzach leben seit 1.000 Jahren Mönche und wir wollen so leben und wirtschaften, dass auch in 1.000 Jahren noch welche hier leben können", meinte Pater Christoph Gerhard schmunzelnd.
Den in der Politik viel gebrauchten Begriff der Nachhaltigkeit setzte Abt Fidelis mit der Führung von Menschen in Verbindung. Vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen im Orden empfahl er Wirtschaftsunternehmen mehr auf "nachhaltige Personalentscheidungen" und weniger auf kurzfristige Erfolge zu achten. Anerkennung von den Klosterbrüdern gab es für das Bemühen der Grünen, bei politischen Entscheidungen Ökologie und Ökonomie in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen.
In Würzburg war Fell Gast der christlichen Gemeinschaft St. Egidio, die sich weltweit sozial engagiert. Fragen der Steuergerechtigkeit und der sozialen Verantwortung des Staates standen im Mittelpunkt einer Diskussionsveranstaltung mit Scheel und Fell im Würzburger Falkenhaus. Finanzexpertin Scheel verteidigte dabei die Entscheidung der Bundesregierung, Kapitaleinkünfte durch die Finanzämter stärker zu kontrollieren. Es gehe dabei um Steuergerechtigkeit, betonte sie.
Nicht mit von der Partie war zum Auftakt der Kirchentour der Grünen deren kirchenpolitische Sprecherin Christa Nickels. Sie nahm mit führenden Bundespolitikern an der Einführung des Papstes in Rom teil.


