"Für Strahlenschäden gibt es keine medizinische Hilfe"
"Für Strahlenschäden gibt es keine medizinische Hilfe"
Bernhard Fricke zum Tschernobyl-Jahrestag
"Die traurige Lehre von Tschernobyl ist, dass wir keine wirkliche Lehre gezogen haben: Immer noch sind 19 Atomkraftwerke am Netz und produzieren jährlich 500 Tonnen strahlenden Atommüll als untragbare Hypothek für die nachfolgende Generation." Das hat der Vorsitzende der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation "David gegen Goliath" (DaGG), Bernhard Fricke (München), am Montag, dem Vortag des 19. Jahrestages der Reaktorkatastrophe in der Ukraine, erklärt. "Wir weisen neuerlich daraufhin, dass es für Strahlenschäden keine medizinische Hilfe gibt, sondern nur ein langes Siechtum bis zum Tod; genauso wenig gibt es einen wirksam Schutz vor terroristischen Selbstmordanschlägen auf Atomanlagen." Die derzeit diskutierte Renaissance der Atomkraft müsse als "Erschöpfungsverbrechen erster Ordnung" bezeichnet werden.
Fricke kritisiert, dass "entgegen allen großspurigen Versprechungen der ukrainischen Regierung der Sarkophag um den durchlöcherten und vom Einsturz gefährdeten Reaktorblock IV in Tschernobyl noch immer nicht erneuert ist, so dass von dort täglich unkontrollierte atomare Emissionen in Luft, Wasser und Erde abgehen". Mit dem "Dauer-Pannen-Atomreaktor in Temelin" habe Bayern zudem "eine strahlende Zeitbombe vor unserer Haustür". Es müsse endlich massiver Druck auf die tschechische Regierung ausgeübt werden, diesen Reaktor sofort vom Netz zu nehmen.


