Jugendliche bilden Menschenkette um ehemaligen KZ-Lagerzaun
Jugendliche bilden Menschenkette um ehemaligen KZ-Lagerzaun
Etwa 1.000 Schüler aus fünf Schulen in Hersbruck und Happurg bei Nürnberg wollen eine Menschenkette rund um das Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Hersbruck bilden. Wie der evangelische Religionslehrer, Pfarrer Thomas Wrensch, am Mittwoch dem epd sagte, werden die Jugendlichen mit der Aktion am 27. Januar den "Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus" begehen. Wrensch koordiniert die Gedenkveranstaltungen für die Stadt und die Kirchen.
Die Schüler verteilen sich um 12 Uhr unter dem Geläut der Kirchenglocken auf der Linie des früheren Lagerzauns. Jeder Teilnehmer werde eine oder zwei Gedenktafeln für einen verstorbenen Häftling tragen und die Namen der Verstorbenen laut vorlesen, erklärte Wrensch. Bei der Aktion begrüßen der 86-jährige Überlebende des KZ Hersbruck, Ljubisa Letic, und Bürgermeister Robert Ilg die Jugendlichen.
Am Abend des Gedenktages findet in Hersbruck außerdem ein ökumenischer Gottesdienst in der Spitalkirche statt. Im Rahmen eines "Schweigeweges" werden die Teilnehmer anschließend zum Mahnmal von Vittore Bocchetta gehen. Der italienische Künstler ist Überlebender der Konzentrationslager Flossenbürg und Hersbruck.
Insgesamt sollen im KZ Hersbruck, dem größten Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg, über 8.000 Häftlinge aus 26 Nationen inhaftiert gewesen sein. Ende Februar 1945 befanden sich noch 5.863 Gefangene im Lager, das von Mai 1944 bis April 1945 bestand. Hier sollten die Häftlinge eine unterirdische Motorenfabrik für Jagdflugzeuge bauen. 3.500 bis 4.000 Menschen seien in dieser Zeit ums Leben gekommen, erklärt Wrensch. (0054)


