Sozialwissenschaftlerin: Arme Kinder stark machen
Sozialwissenschaftlerin: Arme Kinder stark machen
Kinder aus armen Familien leiden nach Aussage der Sozialwissenschaftlerin Margherita Zander (Münster) mehr unter sozialer Ausgrenzung als unter materiellem Mangel. Bei einer Fachtagung der Stadtmission Nürnberg stellte Zander am Freitag außerdem fest, dass für Kinder aus Familien in Notlagen meist mehrere Risiken für ihre Entwicklung bestünden. Sie nannte das Beispiel eines siebenjährigen Jungen, dessen Mutter langzeitarbeitslos und psychisch erkrankt sei und der ein problematisches Verhältnis zu seinem Stiefvater habe.
Allerdings könnten "arme Kinder" auch "starke Kinder" sein, sagte Zander. Sie stellte Methoden vor, um Kinder aus sozial schwachen Familien zu unterstützen. Sozialarbeiter und Pädagogen müssten Kindern den Rücken stärken und sie dazu ermutigen, Probleme selbst zu lösen. "Kinder brauchen Vertrauenspersonen und Freunde, Menschen, mit denen sie reden können, und Vorbilder", sagte Zander. Wichtig sei, eng mit den Eltern zusammenzuarbeiten, damit ein Familienleben mit festen Strukturen entstehe.
Neben sozialen Fähigkeiten sollten auch gezielt die Talente des Kindes gefördert werden. Außerdem müsse ihnen geholfen werden, "an sich selbst zu glauben". Auch Religion könne positiv auf die Entwicklung des Kindes wirken, da sie Halt in der Gemeinschaft gebe und Werte vermittle, betonte Zander.
Zu der Fachtagung waren 180 Besucher aus Schulen, Kindertagesstätten, Jugendhilfseinrichtungen und Verwaltung gekommen. (0226)


