DRK-Suchdienst hilft weltweit

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DRK-Suchdienst hilft weltweit

Noch 2.000 Anfragen pro Jahr zu Vermisstenschicksalen des Weltkrieges

Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hilft heute weltweit, Vermisstenschicksale aufzuklären. Darauf hat DRK-Präsident Rudolf Seiters am Dienstag vor der Presse in München hingewiesen. Zwar gehen immer noch jährlich bis zu 2.000 neue Suchanfragen zu Verschollenen aus dem Zweiten Weltkrieg ein. Viele der jährlich 16.000 Suchanfragen gelten aber Opfern von Kriegen, Bürgerkriegen, Vertreibungen und Naturkatastrophen in anderen Ländern der Welt.

Über in Deutschland lebende Verwandte und Bekannte lassen sich viele dieser Schicksale klären. Die Aufklärungsquote liege bei 80 Prozent, sagte Seiters. In den letzten Jahren habe der DRK-Suchdienst allein nach Afghanistan und in den Irak rund 8.400 Familiennachrichten übermittelt.

Ein Schwerpunkt sind die noch 21.000 vermissten Personen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Das DRK befragt in Deutschland lebende Angehörige und erstellt Profile der Vermissten mit ihren anatomischen Merkmalen. Auf diese Weise können Tote des Bürgerkriegs nach Öffnung von Gräberfeldern identifiziert werden. "Die nächsten Angehörigen möchten Gewissheit über das Schicksal ihrer Lieben, denn erst dann sind sie in der Lage, ihren schmerzlichen Verlust zu bewältigen", sagte Seiters.

Die Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Prinzessin Christa von Thurn und Taxis, wies auf die Erfolge des Internationalen Kindersuchdienstes hin. Seit 1945 hat der DRK-Suchdienst rund 500.000 Kinderschicksale geklärt. Die Identität von 33.000 "Findelkindern", die zumeist während der Flucht von ihren Familien getrennt wurden und noch zu jung waren, um ihren eigenen Namen und ihr Alter zu nennen, wurde bis auf 400 geklärt.

Inzwischen mehren sich die Anfragen von Nachfahren der über 100.000 unehelichen Kindern, die von deutschen Soldaten oder nach dem Krieg von in Deutschland stationierten Besatzungssoldaten gezeugt wurden. Der DRK-Suchdienst kümmert sich auch um minderjährige Flüchtlinge, die heute unbegleitet in Deutschland ankommen.

(Artikel vom 17.05.2005)