Evangelischer Presseverband für Bayern kritisiert Sparpläne der ELKB
Der Evangelische Presseverband für Bayern (EPV) reagiert entsetzt auf die von der Landeskirche angekündigte Kürzung der Mittel für die evangelische Publizistik. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern stelle den EPV, das zentrale evangelische Medienhaus in Bayern, "vor eine ungewisse Zukunft" und setze die Arbeitsplätze der rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter "aufs Spiel", sagte EPV-Direktor Roland Gertz in München.
Die Pressemitteilung im Wortlaut.
Pressestatement
des Evangelischen Presseverbands für Bayern e.V. (EPV)
zur Neuausrichtung der Kommunikationsarbeit der bayerischen
Landeskirche (ELKB-Pressemitteilung vom 13. Februar 2026)
1.
Mit der Ankündigung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB), im Rahmen der Neuausrichtung ihrer Kommunikation die Grundvereinbarung mit dem EPV zum 31. Dezember 2026 zu kündigen und damit die finanziellen Zuwendungen an den EPV, dem zentralen evangelischen Medienhaus in Bayern, massiv zu kürzen, stellt die ELKB den EPV vor eine ungewisse Zukunft und setzt die Arbeitsplätze der rund 50 Mitarbeitenden des EPV aufs Spiel.
2.
Wir als EPV fordern angesichts der zu erwartenden massiven negativen Auswirkungen des verkündeten Beschlusses von der ELKB:
- Das Aussetzen der Kündigung der Grundvereinbarung zwischen ELKB und EPV und der damit verbunden Folgen zum 31. Dezember 2026 – so lange, bis eine neue gemein-sam ausgearbeitete Grundvereinbarung unterschrieben ist, die angemessen auf die Zu-kunftsherausforderungen reagiert.
- Die Fortführung des institutionellen Zuschusses an den EPV über 2026 hinaus – nicht nur für den epd Landesdienst Bayern, sondern auch für die weiteren reichweitenstarken Bereiche innerhalb des EPV, insbesondere für die Arbeit des Evangelischen Fernsehens (efs), der Evangelischen Funk-Agentur (efa) und des Portals sonntagsblatt.de, über die der EPV auch mit kirchennahen Themen ein – oft kirchenfernes – Millionenpublikum er-reicht und damit kirchliche Themen in die Gesellschaft trägt. Diese Bereiche müssen wei-terhin in einem veränderten und weiterentwickelten EPV verortet sein.
- Den unverzüglichen Beginn der versprochenen Gespräche zwischen ELKB und EPV über die Formen und den Umfang der Evangelischen Publizistik im EPV, die gemäß der ELKB-Pressemitteilung weiterhin Bestandteil der kirchlichen Präsenz bleibt.
- Die gemeinsame Erarbeitung von Lösungsvorschlägen für jene Mitarbeitenden des EPV für den Fall, dass sie trotz aller Anstrengungen und wirtschaftlicher Transformation künftig weder im EPV noch in der neuen Stabsstelle Organisationskommunikation der ELKB eine Beschäftigung finden. Gemäß der gültigen Satzung des EPV e.V. und gemäß der gültigen Grundvereinbarung zwischen ELKB und EPV nimmt der EPV mit seiner vielfältigen Arbeit am Grundauftrag der ELKB im Sinne von Artikel 1 der Kirchenverfassung teil. Der EPV ist also nicht irgendein weltliches Medienhaus, sondern seit Jahrzehnten mit der ELKB ver-bunden, was auch an der bisherigen Einbindung des EPV in den Campus Kommunikation sichtbar wird.
3.
Alle Mitarbeitenden des EPV wissen um die gewaltigen Herausforderungen und Verände-rungen, vor denen die ELKB steht, insbesondere dem erheblichen Rückgang der Einnah-men, des Personals und des Immobilienbestands um derzeit geschätzte bis zu 40 Pro-zent in den kommenden Jahren. Selbstverständlich erkennen wir an, dass Kirche sich mit-ten in einem großen Transformationsprozess befindet und Einsparungen in vielen Arbeits-bereichen unerlässlich sind. An diesem Transformationsprozess beteiligt sich der EPV ak-tiv und kreativ – was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass Leitung und Mitarbeitende des EPV die Einrichtung des Campus Kommunikation von Anfang an begrüßt und unterstützt haben. Die angekündigten Zuschusskürzungen für den EPV sprengen dabei allerdings jede Verhältnismäßigkeit, da sie – unter der Annahme einer weiterhin ungekürzten Bezu-schussung des epd – in einem Bereich von bis zu 70 Prozent liegen.
4.
Alle Mitarbeitenden im EPV arbeiten höchst kompetent, fachlich versiert, zukunftsorien-tiert und mit außergewöhnlichem Engagement in den Arbeitsbereichen Evangelische Funk-Agentur (Radio), Evangelisches Fernsehen, Online- und Social-Media, Sonntags-blatt.de und Sonntagsblatt, Evangelische Wochenzeitung für Bayern, Claudius Verlag, epd / Landesdienst Bayern sowie in den Abteilungen Marketing/Vertrieb und Finan-
zen/Verwaltung – aus Überzeugung zum Wohle der evangelischen Kirche. Daher haben sie es mehr als verdient, fair, gerecht und menschenfreundlich behandelt zu werden und eine echte Perspektive für ihre berufliche Zukunft über das Jahresende 2026 zu haben.
München, 16. Februar 2026
Dr. Roland Gertz, Kirchenrat
Vorstand und Direktor des Evangelischen Presseverbandes für Bayern e.V. (EPV)